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10.02.09 ... verstehen lernen

Schule in der Region, für die Region.

Blinde und sehbehinderte Menschen verstehen lernen

Letzte Woche bekamen die dritten Klassen der VS Heideck und der Außenklasse der Comeniusschule Hilpoltstein einen ganz besonderen Besuch. Im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts behandelten die Drittklässler zur Zeit das Thema Auge.

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Frau Meyer, eine blinde Frau, gestaltete für jeweils zwei Schulstunden den Heimat- und Sachunterricht. Sie erzählte, dass sie im Jugendamt in Roth arbeitet. Dort ist sie auch für die Blinden- und Sehbehindertenhilfe tätig und berät andere blinde Menschen und deren Familien im Landkreis bei der Bewältigung ihres Alltags. Zu ihrem Arbeitsbereich gehört auch, dass sie Schulen besucht.

Die Schüler und Schülerinnen waren erstaunt, dass sich Frau Meyer im Klassenzimmer fast problemlos orientieren konnte.

Frau Meyer erzählte und zeigte den Kindern, wie sie ihren Alltag meistert und brachte dazu verschiedene Dinge mit. Unter anderem zeigte sie eine Uhr, die laut die Zeit ansagt und erklärte verschiedene Hilfen, um Geld zu erkennen. Anschließend berichtete sie über Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, Kochen und Wäschewaschen.

blinde_menschen_3102Dann erklärte der Gast, wie man einen Blinden führt, wie man ihm helfen kann und worauf man achten muss. Die Kinder konnten ausprobieren, wie es ist „blind“ zu sein. Mit Hilfe des Blindenstocks und verbundener Augen versuchten sich die Schüler im Klassenzimmer zurechtzufinden. „Man fühlt sich irgendwie komisch, wenn man nichts sieht. Ich war orientierungslos“, berichtete eine Schülerin.

Nach dem anschaulichen Unterricht wissen die Drittklässler jetzt Bescheid, wie man als blinder Mensch „Mensch ärgere dich nicht“ und Karten spielen kann. Die Mitarbeiterin des Landratsamts stanzte auf einer Art „Schreibmaschine“ alle Namen der Kinder in Blindenschrift, auch Brailleschrift genannt. Außerdem erhielt jedes Kind von ihr ein Gedicht in Blindenschrift und ein Blatt mit dem ABC der Blindenschrift, mit dessen Hilfe sie nun den Text entschlüsseln können.

Für die Heidecker Kindern war es ein sehr interessanter Vormittag

 

Text und Bilder von Fr. Blomeyer.

 

                                                                                       Zeitungsbericht von Herrn Klier
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Blindekuh-Spielen ist ja eine lustige Angelegenheit. Und wenn man genug davon hat, nimmt man einfach die Augenbinde ab und alles ist wieder in Ordnung. Leider haben blinde Menschen diese Möglichkeit nicht. Wie man aber trotzdem sein schweres Schicksal meistern kann, das bewies Elfriede Meyer vom Jugendamt Roth. Im Rahmen des Sachunterrichts der dritten Klassen, die sich zur Zeit mit dem Thema „Auge“ beschäftigen, war sie in die Grundschule Heideck gekommen. Auch die Kinder der ausgelagerten Comeniusklasse waren mit dabei.

Elfriede Meyer ist am Jugendamt für die Blinden- und Sehbehindertenhilfe tätig und berät andere blinde Menschen und deren Familien im Landkreis bei der Bewältigung ihres Alltags. Zu ihrem Arbeitsbereich gehört auch, dass sie Schulen besucht. Die Schülerinnen und Schüler waren zunächst einmal erstaunt, dass sich Frau Meyer fast problemlos im Klassenzimmer orientieren konnte. Sie erzählte den interessiert lauschenden Kindern, wie sie ihren Alltag meistert. Unter anderem zeigte sie eine Uhr, die laut die Zeit ansagt und erklärte verschiedene Hilfen, um Geld zu erkennen. Anschließend berichtete sie über Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, Kochen und Wäschewaschen, die sie selbstständig erledigt. Wie führt man einen Blinden? Wie man ihm helfen? Worauf muss man achten? Auf all diese Fragen erhielten die Kinder wertvolle Ratschläge aus erster Hand. Dann konnten die Kinder ausprobieren, wie es ist, „blind“ zu sein. Bei  verbundenen Augen und versuchten die Schüler, sich mit Hilfe des Blindenstocks im Klassenzimmer zurechtzufinden. „Man fühlt sich irgendwie komisch, wenn man nichts sieht. Ich war orientierungslos“, berichtete eine Schülerin. Auch auf „Mensch ärgere dich nicht“ und Kartenspielen brauchen Blinde nicht zu verzichten. Die Drittklässler staunten, dass Elfriede Meyer sogar Maschinenschreiben kann. Auf einer speziellen Vorrichtung schrieb sie die Namen der Kinder in der „Brailleschrift“, die 1825 vom Franzosen Louis Braille entwickelt worden war. Dabei wird ein Punktmuster ins Papier geprägt, das mit den Fingerspitzen ertastet werden kann. Man kennt das von vielen Medikamentenverpackungen. Jedes Kind erhielt zuletzt ein Gedicht in Blindenschrift und eine Tabelle zum Entschlüsseln. Dieser anschauliche Unterrichtsvormittag hat sicher dazu beigetragen, Vorurteile oder Unsicherheit gegenüber blinden Menschen abzubauen, sich in deren Probleme einzufühlen und zu zeigen, dass auch ein Leben mit Behinderung lebenswert ist.

Zuletzt bearbeitet am
Mittwoch, 14. September 2011
von W. Rapke

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