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Blinde und sehbehinderte Menschen verstehen lernen
Letzte Woche bekamen die dritten Klassen der VS Heideck und der Außenklasse der Comeniusschule Hilpoltstein einen ganz besonderen Besuch. Im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts behandelten die Drittklässler zur Zeit das Thema Auge.
Frau Meyer, eine blinde Frau, gestaltete für jeweils zwei Schulstunden den Heimat- und Sachunterricht. Sie erzählte, dass sie im Jugendamt in Roth arbeitet. Dort ist sie auch für die Blinden- und Sehbehindertenhilfe tätig und berät andere blinde Menschen und deren Familien im Landkreis bei der Bewältigung ihres Alltags. Zu ihrem Arbeitsbereich gehört auch, dass sie Schulen besucht.
Die Schüler und Schülerinnen waren erstaunt, dass sich Frau Meyer im Klassenzimmer fast problemlos orientieren konnte.
Frau Meyer erzählte und zeigte den Kindern, wie sie ihren Alltag meistert und brachte dazu verschiedene Dinge mit. Unter anderem zeigte sie eine Uhr, die laut die Zeit ansagt und erklärte verschiedene Hilfen, um Geld zu erkennen. Anschließend berichtete sie über Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, Kochen und Wäschewaschen.
Dann erklärte der Gast, wie man einen Blinden führt, wie man ihm helfen kann und worauf man achten muss. Die Kinder konnten ausprobieren, wie es ist „blind“ zu sein. Mit Hilfe des Blindenstocks und verbundener Augen versuchten sich die Schüler im Klassenzimmer zurechtzufinden. „Man fühlt sich irgendwie komisch, wenn man nichts sieht. Ich war orientierungslos“, berichtete eine Schülerin.
Nach dem anschaulichen Unterricht wissen die Drittklässler jetzt Bescheid, wie man als blinder Mensch „Mensch ärgere dich nicht“ und Karten spielen kann. Die Mitarbeiterin des Landratsamts stanzte auf einer Art „Schreibmaschine“ alle Namen der Kinder in Blindenschrift, auch Brailleschrift genannt. Außerdem erhielt jedes Kind von ihr ein Gedicht in Blindenschrift und ein Blatt mit dem ABC der Blindenschrift, mit dessen Hilfe sie nun den Text entschlüsseln können.
Für die Heidecker Kindern war es ein sehr interessanter Vormittag
Text und Bilder von Fr. Blomeyer.
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