GMS Heideck Corona

Foto: Links oben Susanne Kaiser, rechts oben Martina Wirsing

 

„Aaabstand! Aaabstand!“, ist die wohl die zurzeit am häufigsten im Unterricht gehörte Aufforderung, auch an der Grundschule Heideck. Schulleiterin Martina Wirsing legt großen Wert auf die Einhaltung der Hygieneregeln gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Seit dem 18. Mai  sind die Erstklässler wieder in der Schule und da sind die Lehrkräfte besonders gefordert. Dazu gehört auch das regelmäßige Händewaschen. Die Kinder stehen in gebührendem Abstand zueinander am Waschbecken im Klassenzimmer an. Die Lehrkraft dreht den Wasserhahn auf und zu. Zweimal singt dazu jedes Kind „Happy birthday“. Was soll das denn? So lange dauert nämlich das gründliche Säubern der Hände. Im Klassenzimmer und auf dem Schulhof wird streng auf genügend Abstand geachtet. Zurück ins Klassenzimmer geht es im „Entengang“, also auch wieder mit Abstand zum Vorder- und Hintermann. Natürlich trägt jedes Kind eine eigene Schutzmaske. Ein etwas gewöhnungsbedürftiger  Anblick. Aber die Schülerinnen und Schüler haben sich schnell daran gewöhnt. Wer einmal seine Maske vergessen hat, der kann auf eine Spende der Raiffeisenbank zurückgreifen, die 200 dieser Schutzmasken vorbeigebracht hat.

Viele Schulkinder haben unter der häuslichen Isolation während der letzten Wochen gelitten. Für sie und auch ihre Eltern war das ein Problem. Jetzt sollten die Kinder erfahren, dass es auch den Mitschülern nicht anders ergangen war und dass sie mit ihren Gefühlen und Sorgen nicht allein sind. Dazu hatte sich der Elternbeirat etwas Besonderes einfallen lassen. Susanne Kaiser, die Vorsitzende, hatte Vorlagen mit einem Regenbogenmotiv ausgegeben. Diese wurden daheim bemalt und mit eigenen Gedanken beschrieben. Dann wurden sie in den Schulbriefkasten geworfen und später laminiert. Zusammen mit „Bufdi“ Niklas Wieland, einem Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, wurde der Zaun an der Schulstraße gestaltet. Die Lehrkräfte waren für die Überschriften zuständig.  Jetzt kann man in großen Lettern lesen: „Wir vermissen euch. Wir halten zusammen. Alles wird gut.“ Als persönliche Gedanken findet man auf den rund einhundert Regenbogenbildern Sätze wie etwa: „Ich vermisse meine Freunde. Ich vermisse die Schule, meine Lehrer und den Unterricht.“ Und dann heißt es sogar: „Ich vermisse die Proben!“ Manche solcher Aussagen hätte man in Vorcorona-Zeiten vermutlich vergeblich gesucht. Rektorin Martina Wirsing bestätigt, dass die Schülerinnen und Schüler glücklich seien, dass sie wieder in die Schule gehen dürfen. Da kann man unter all den negativen Meldungen durchaus auch etwas erfreulich Positives finden.

Manfred Klier

Seite 1 von 371