Übergabe der Weihnachtspakete an der Schule

GMS Heideck Paketaktion

Gerade in der Adventszeit reden viele von guten Werken und von Nächstenliebe. Rudolph Karg, der aus Löffelsterz in Unterfranken stammt, redet nicht nur davon, er handelt auch. Schließlich ist er der 1. Vorsitzende des Vereins „Werke statt Worte e.V.“. Er und seine Helfer sammeln jedes Jahr zur Adventszeit Spenden, um sie dann per LKWs nach Bosnien-Herzegowina in den Ort Domanovići zu transportieren.
            Schon seit dem Jahr 2013 beteiligt sich auch die Grund- und Mittelschule Heideck an einer Paketaktion. Sie war vom heuer verstorbenen Lehrer Richard Böhm angeregt worden. Rektorin Martina Wirsing begrüßte, mangels einer Schulaula, im Eingangsbereich der Schule neben Rudolph Karg auch Susanne Kaiser und Christine Fischer vom Elternbeirat.
            Die kleine Übergabefeier begann mit dem Lied „Im Advent, im Advent ist ein Licht erwacht“. Coronabedingt wurde eine Aufnahme des Schulchors von CD abgespielt. Aus gleichem Grund war lediglich die Klasse 3a mit ihrer Lehrerin Stefanie Bergdolt stellvertretend für die Mitschülerinnen und Mitschüler anwesend. „Ihr habt super toll gesammelt!“, lobte die Schulleiterin. Immerhin waren rund 80 mehr oder weniger große Pakete aufgestapelt, einige davon wogen an die 25 Kilogramm. Genau anhand eines Packzettels waren sie zusammengestellt worden. Die Vorschlagsliste reichte von Mehl über Reis, Speiseöl, Konserven, Zucker, Schokolade, Kaffee und Tee bis hin zu Spielsachen und Hygieneartikeln. „Ihr macht damit vielen Menschen eine Freude, ihr seid fast ein Licht wie Jesus!“, lobte die Rektorin weiter.
            Gerührt bedankte sich Rudolph Karg für die großzügige Spendenbereitschaft. Er schilderte die Lebensverhältnisse im Zielland der Gaben. Die Pandemie werde dort oft nicht so gut gemeistert wie bei uns. Viele junge Leute hätten das Land verlassen, oft sind nur die Alten und die Kinder geblieben. So manche Oma müsse mit einhundert Euro im Monat auskommen. Da fehle oft das Geld für das Allernötigste. Hunger und Kälte setzen den Menschen zu. „Stellt euch vor“, veranschaulichte Karg die dortige Situation, „eure Mama sagt am Heiligen Abend zu euch: Ich kann heute nichts kochen!“ Oftmals hätten die Kinder nicht mal eine Schultasche. Da sei selbst eine gebrauchte Tasche ein willkommenes Geschenk. „Warum haben uns die Deutschen so lieb?“, werde er oft gefragt. „Wir helfen zusammen, und wenn wir die Welt nur ein bisschen besser machen, haben wir viel erreicht!“, fügte Karg hinzu. Private Spender kommen übrigens auch für den Transport auf, der jeweils etwa 2500 Euro kostet.
            Jetzt konnten die Drittklässler Fragen stellen. „Schläfst du auf der Fahrt auch manchmal ein?“, wollte einer wissen. Das natürlich nicht, denn während der 13 Stunden reinen Fahrzeit werden immer wieder Pausen gemacht. Und Karg fügte hinzu: „Da hält mich auch die Vorfreude wach.“ „Hast du ein Bett im LKW?“ Auch das gibt es. „Wo kommen die Pakete hin?“ Sie werden in einer Halle abgeladen und dann verteilt.
            Mit verteilten Rollen lasen nun die Kinder die Legende vom heiligen Nikolaus, der als Bischof von Myra in der heutigen Türkei Spenden gesammelt hatte, um sie an arme Kinder zu verteilen. Aber auch die Heidecker Schulkinder gingen nicht leer aus. Als Dank für ihre Hilfe, und weil ja der Nikolaus nicht persönlich in die Klassen kommen durfte, gab es insgesamt 145 Nikolauspäckchen vom Elternbeirat und dem Schulförderverein. Immerhin war am Vortag ja Nikolaustag gewesen.
            Gemeinsam mit Hausmeister Gerhard Fochler wurden nun die schweren Pakete in den bereitstehenden Anhänger geladen. Blagoslovljen Božič – Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Foto v.l., stehend: Rudolph Karg, Martina Wirsing, Susanne Kaiser, Christine Fischer, Stefanie Bergdolt

Manfred Klier