Grundschule wird Ackerdemie

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„Auf den Acker, fertig, los!“, lautet die Devise an diesem Vormittag an der Grund- und Hauptschule Heideck. Dort ist gerade die Hälfte der Klasse 4 b von Lehrerin Maria Odorfer-Möldner  mit einer Pflanzaktion im Schulgarten zugange. Mehr dürfen es Corona bedingt nicht sein. Angeleitet werden sie von Katrin Decker und Simone Reuter, zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des gemeinnützigen Vereins „Gemüse Ackerdemie – Für eine Generation, die weiß, was sie isst“. Das Projekt wird mit einer kräftigen Finanzspritze der AOK – Gesundheitskasse unterstützt.

            „Kinder und Jugendliche verlieren zunehmend den Zugang zur Natur und verfügen immer weniger über Wissen rund um die Prozesse der natürlichen Lebensmittelproduktion. Als Konsequenz daraus sinkt die Wertschätzung für Natur und Lebensmittel“, heißt es in einer Presseinformation der Gemüse Ackerdemie. Das gilt sicher insbesondere für Großstädte, aber auch im ländlichen Raum gibt es Informationsbedarf.  Lehrerin Maria Odorfer-Möldner berichtet aus ihren Erfahrungen im Unterricht, dass Kinder zwar Radieschen gerne essen, aber dass diese aus winzig kleinen Samenkörnern heranwachsen, das wissen manche nicht.

            Odorfer-Mödners Ehemann Jörg und Sohn Benjamin haben drei Hochbeete gebaut und herantransportiert. Im sportlichen Wettkampf ist vor einigen Tagen die erste Gruppe der 4b gegen ihre Lehrerin beim Befüllen dieser  Hochbeete angetreten. Gewonnen haben übrigens die Kinder.

            Mit Eifer sind nun die Viertklässler bei der Sache, wenn es darum geht, die Erde zu lockern und dann Kompost aufzubringen, den Hausmeister Fochler bereitgestellt hat. Dann werden kleine Furchen gezogen und Pflanzlöcher ausgehoben. Heute werden Kartoffeln, Kohlrabi, Mangold, Spinat, Salat und Schnittlauch gesät und gepflanzt. Silke Wohlmuth von der Mittagsbetreuung hat großes Interesse am Gedeihen der Pflanzen, denn in Heideck wird den Kindern in der „Mitti“ Selbstgekochtes serviert. Wenn hoffentlich eine reiche Ernte im Schulgarten eingebracht werden kann, dann ist der Kreislauf geschlossen. Informatives und dazu Wohlschmeckendes aus eigenem Anbau haben sich ergänzt.

            Aber noch ist es nicht soweit. Erst einmal muss gegossen werden. Später folgen Jäten und die anderen Gartenarbeiten. Nach den Eisheiligen werden Tomatenpflanzen gesetzt. Mitarbeiter der Gemüse Ackerdemie kontrollieren mehrmals den Fortschritt. In mehreren Veranstaltungen haben sich die Lehrkräfte auf dieses Projekt vorbereitet, um es tatkräftig unterstützen zu können. Jetzt dürfen sie sich „Ackerbuddys - Ackerkumpel“ nennen. 

            Maria Odorfer-Möldner würde gerne wieder eine Arbeitsgemeinschaft Schulgarten einrichten, wie es sie vor Jahren hier schon einmal gegeben hat. Doch dafür steht im Moment noch kein Stundenkontingent zur Verfügung. Auch ein Gartencafé steht auf ihrer Wunschliste, in dem sich unter anderem aktive und pensionierte Lehrkräfte begegnen könnten. Gerne sind zu den Arbeiten nämlich auch rüstige Senioren willkommen.

            Nun geht es aber erst mal ans Aufräumen der Gartengeräte. Da bewährt sich wieder das kleine Gerätehaus, das vor etlichen Jahren unter Regie des damaligen Schulleiters Dr. Eduard Gradl von Schülern gebaut worden ist.

            Am Nachmittag setzt dann wie auf Bestellung ein willkommener Platzregen ein und sorgt für gute Startbedingungen für die Sämlinge und Setzlinge.  

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Text und Bilder: Manfred Klier