Lehrerfortbildung in Solnhofen

GMS Heideck Solnhofen

Fortbildung und Geselligkeit mit fachlichem Gedankenaustausch standen im Mittelpunkt des traditionellen Lehrerausflugs der Grund- und Mittelschule Heideck. Der pensionierte Lehrer Franz Peter hatte dafür wieder ein genau ausgearbeitetes Programm zusammengestellt.
          Zuerst wurde das Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen im Altmühltal besucht. Friedrich Müller hatte jahrzehntelang eine bedeutende Fossiliensammlung zusammengetragen, die im Jahre 1970 erstmals gezeigt wurde. Er ist der Gründer des nach ihm benannten Museums. „Meine Sammlung soll nicht in die Welt verkauft werden", hatte Müller festgelegt. Die gezeigten Exponate – alle stammen aus Solnhofen und Umgebung – machen dieses Museum einzigartig.
          Unter fachkundiger Führung erfuhren die Lehrkräfte viel Wissenswertes über die hier in reicher Auswahl gezeigten versteinerten Tiere und Pflanzen aus der Jurazeit, alles Originale aus der Gruppe der Saurier, beziehungsweise Reptilien , eine Vielzahl von Krebsen, Kopffüßlern (Tintenfische, Ammoniten und Belemniten) und Stachelhäutern. Besonders reichhaltig vertreten ist die Welt der Fische. Eine besondere Seltenheit sind Meeres- und Landpflanzen. Auch Quallen und Medusen, ja selbst deren Schleifspuren sind sichtbar und legen Zeugnis ab, dass die feinen Kalkschlicke zarteste Organismen bewahrt haben. Sogar „Jagdunfälle" sind in Versteinerungen dokumentiert, etwa der Schnabelfisch, der an seiner Beute erstickt. Bevor die Kontinentaldrift einsetzte, lag Solnhofen vor 147 Millionen Jahren in einer subtropischen Insel- und Lagunenlandschaft. Nach ihrem Tod sanken die Urzeitwesen auf den Meeresgrund. Unter Luftabschluss und Druck wurden sie allmählich versteinert.
          Weltberühmt wurde der kleine Ort, als man 1861 in einem Steinbruch das bedeutendste Fossil fand, das jemals auf deutschem Boden entdeckt wurde, nämlich den „Urvogel" Archaeopteryx: halb Dinosaurier, halb Vogel. Damit wurde die Evolutionstheorie von Charles Darwin bestätigt.
          Die Kalksteinplatten aus dem Naturpark Altmühltal sind nicht nur begehrte Baustoffe. Im 15. Jahrhundert hatte Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden. Rund 300 Jahre später fand Alois Senefelder heraus, dass sich der feinkörnige Solnhofer Kalkstein hervorragend zum Druck von Bildern eignet. Ihm, dem Erfinder Lithografie, hat man unter anderem in Solnhofen ein Denkmal gesetzt.
          Mit Wissen angefüllt, erklomm man nach einer Kaffeepause die Höhen über den „Zwölf Aposteln", eine beeindruckende Felsformation aus Dolomitgestein, die sich entlang der Altmühl erhebt. Bei idealem Wanderwetter konnte man entlang des Altmühlpanoramawegs die herrliche Aussicht auf das Altmühltal genießen. Zurück ging es auf dem Radweg im Tal. Am Ende der sechseinhalb Kilometer langen Strecke spendete eine zünftige Brotzeit neue Kräfte.

Foto: Die Teilnehmer vor dem Bürgermeister-Müller-Museum, zu Füßen des räuberischen Ceratosaurus.

-- Manfred Klier