GMS Heideck GemüseAckerdemie 1

Ende April hatte im Schulgarten der Grund- und Hauptschule Heideck emsiges Treiben geherrscht. Damals hatte die Hälfte der Klasse 4 b von Lehrerin Maria Odorfer-Möldner gesät und gepflanzt. Bedingt durch Corona-Vorschriften durfte nicht die ganze Klasse mitmachen.
            Jetzt wurde Zwischenbilanz gezogen: Wie hatten sich die Sämlinge und Pflänzchen entwickelt? Die damals recht kahlen Beete waren jetzt mit üppigem Grün bewachsen. Der häufige Regen hatte mit dazu beigetragen und nur ein einziges Mal musste gegossen werden. Die Schülerinnen und Schüler haben in der Zwischenzeit aber auch schon reichlich geerntet, nämlich Salat, Gurken, Radieschen, Kohlrabi, Rote Bete, Estragon, Johannis- und Himbeeren und etliches mehr.
            Dieses Projekt mit Namen „GemüseAckerdemie“ ist nicht zuletzt durch großzügige finanzielle Unterstützung der AOK Mittelfranken Süd/Ost, der „Gesundheitskasse“ möglich. Als deren Vertreterin überzeugte sich Linda Schäff, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, vom erfreulichen Fortgang der Gartenaktion. Absicht sei es, so erklärte sie, den Kindern zu vermitteln, woher das Gemüse kommt, das im Geschäft verkauft wird. Damit verbunden ist auch eine Wertschätzung dieser Erzeugnisse, denn die Kinder erfahren, mit wie viel Arbeit der Anbau verbunden ist, und dass Gemüse nicht für 30 Cent zu haben sein kann. Den geernteten und verzehrten Salatköpfen haben die Kinder übrigens den Namen Schlaukopf gegeben, weil im Unterricht so viel darüber geredet worden ist.
            Dem steuerte Hildegard Caesar, die Generalkoordinatorin der GemüseAckerdemie bei. „Learning by doing“ lautet ihre Devise. Ziel sei es, den Kindern Natur, Lebensmittel, und gesunde Ernährung nahezubringen. Kinder würden sich oftmals weigern, Gemüse zu probieren. Etwas Anderes sei es dann, wenn sie das Gemüse selber angebaut haben. Dabei werden sie von „Ackercoach“ Karin Decker unterstützt, indem sie die Kinder mit praktischen Tipps anleitet und auch kontrolliert.
            Lisa Barth und Petra Kirchdorfer von der Mittagsbetreuung, der „Mitti“, sind nicht von ungefähr mit dabei, denn die Schule und die Mittagsbetreuung arbeiten eng zusammen. Beim Anrichten der Mahlzeiten für die betreuten Kinder wird gerne auf die schmackhaften Produkte aus dem Schulgarten zurückgegriffen.
            Mit Säen und Warten, bis die Radieschen reif sind, ist es allerdings nicht getan. Die Buben und Mädchen berichten ihrer Schulleiterin Martina Wirsing und Bürgermeister Ralf Beier, dass beispielsweise auch Jäten erforderlich ist. Denn auch das Unkraut gedeiht prächtig auf dem idealen Ackerboden und würde bald die Kulturpflanzen überwuchert haben. Das herausgerissene Unkraut wird natürlich nicht in den Abfalleimer geworfen, sondern durch Mulchen oder Kompostieren wieder dem Naturkreislauf zugeführt. Die Kohlrabiblätter bekommen die Hasen, denn die mögen das gern. Im vierzehntägigen Turnus helfen die Kinder der Mittagsbetreuung mit. Dass dabei auch manchmal eine Pause geopfert werden muss, wird bereitwillig hingenommen.
            Bürgermeister und Schulleiterin sind denn auch des Lobes voll: „Toll, was ihr im letzten halben Jahr geleistet habt!“  Und auf die Frage, wer Gartenarbeit „cool“ findet, gehen fast alle Finger hoch. Vermutlich wäre das Ergebnis vor Beginn des Projekts anders ausgefallen.

GMS Heideck GemüseAckerdemie 2

 

GMS Heideck GemüseAckerdemie 5  GMS Heideck GemüseAckerdemie 3 

Manfred Klier