GMS Heideck Lebensmittelretter 1

Einen etwas ungewöhnlichen Führerschein konnten die Drittklässler der Grundschule Heideck erwerben: nämlich den Lebensmittelretter-Führerschein. Dazu war Ute Mahl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg an die Schule gekommen, unterstützt von Referendarin Linda Dickert und zwei Lehramtsstudentinnen.
Klassenleiterin Maria Odorfer-Möldner hatte die Kinder der „Arbeitsgemeinschaft Schulgarten - Winterprogramm“ bestens auf dieses Ereignis vorbereitet, nachdem Ute Mahl die Impulsstunde gehalten hatte. Drei imaginäre Freunde stehen dabei im Mittelpunkt. Da ist der Lebensmittelfreund Prinz köstlich, der Erzähler. Seine Freundin Himbeere ist die ruhige Seele, die auch aus Lebensmittelresten noch Schmackhaftes zaubern kann. Der dritte im Bunde heißt Supersalat. Er kontrolliert die Lebensmittelvorräte und schreibt die Einkaufsliste. Der eher theoretische Teil hatte sich mit der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln befasst. Dann wurden die Themen Lebensmittelverschwendung und verantwortungsbewusstes Einkaufen angesprochen, danach richtige Lagerung des Eingekauften, Resteverwertung und Haltbarkeit der Lebensmittel.

GMS Heideck Lebensmittelretter 2
Heute also wurde das Gelehrte und Gelernte praxisnah abgefragt. Das Eingekaufte muss richtig gelagert werden, Verderbliches vorzugsweise im Kühlschrank. Ute Mahl hatte ein Kühlschrankmodell mitgebracht, in das die Kinder die Lebensmittel in die richtigen Fächer einordnen und dabei ihre Wahl begründen sollten. Brot beispielsweise hat im Kühlschrank nichts zu suchen, außer man friert es ein. Ebenso Hackfleisch. Für seine Fächerwahl hatte hat Noah eine plausible Begründung: „Weil meine Mama das so macht!“ Dazwischen wackelte Lenya an ihrem Schneidezahn, der im Ausfallen begriffen war. Wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, heißt das noch lange nicht, dass man etwa das Joghurt wegwerfen muss. Sicht-, Geruchs- und Geschmacksprobe geben Auskunft darüber, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Ausnahmen sind verpacktes Hackfleisch und Fisch. Diese müssen mit Ablauf des Datums entsorgt werden. Wie kann man „gute“ von „schlechten“ Eiern unterscheiden? Das gute Ei geht im Wasser unter, das schlechte schwimmt. Aber man kann es meistens noch zum Kochen verwenden. Auch schwarze Bananen, Karotten mit weichen Stellen und fleckige Äpfel sind  durchaus noch genießbar, vielleicht in Form von Bananenmilch oder Karottenkuchen. Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel landet im Müll. In Deutschland sind es etwa 12,7 Millionen Tonnen jährlich. Das ist angesichts Millionen hungernder Menschen ein untragbarer Zustand.

Jetzt hieß es: Hände waschen! In drei Gruppen wurde geschält, geschnipselt, geschmiert und gemixt. Mit Feuereifer gingen die Mädchen und Buben ans Werk, denn am Ende durften die Produkte natürlich verzehrt werden. Es gab gesunde Brotbonbons aus Vollkorntoast und Gemüse, Bananenjoghurt und Obstsaft. „Sehr lecker!“ und „Das schmeckt soo gut!“, hörte man als Anerkennung.

Da alle Aktionen ohne Blutvergießen erfolgreich abgeschlossen werden konnte, verkündete Ute Mahl unter Applaus das erfreuliche Ergebnis: „Ihr habt alle den Lebensmittelretter-Führerschein bestanden!“

Manfred Klier