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Lehrer bilden sich in Ansbach fort

25. Oktober 2015

Anscavallo und Schloss

Zu einer Schulinternen Lehrerfortbildung (SchiLF) hatte Rektorin Martina Wirsing die Lehrkräfte der Grund- und Mittelschule Heideck eingeladen. Der inzwischen pensionierte Gemeindereferent Heinrich Heim hatte dazu das passende Programm erarbeitet. Er ist seit 1981 für die Organisation von Bildungsveranstaltungen an der Schule zuständig. Ziel war diesmal Ansbach, die mittelfränkische Regierungshauptstadt.

            Erster Programmpunkt war eine Führung durch die Residenz Ansbach. Ein Teil des Bauwerks beherbergt die Regierung von Mittelfranken, wozu auch die Schulabteilung gehört. Seit dem Jahr 1400 ist aus der einstigen Wasserburg im Laufe der Jahrhunderte durch An- und Umbauten eine repräsentative Anlage entstanden. Beginnend in der großen Gotischen Halle mit der Fayencen-Sammlung der ehemaligen Ansbacher Manufaktur, verlief die Führung durch den 250 Quadratmeter großen Festsaal, durch die Vor- und Audienzzimmer der jeweiligen Markgräfinnen und Markgrafen und durch deren prunkvolle Privatgemächer. Baumeister wie Gabriel de Gabrieli und Leopoldo Retti hatten hier ein Kunstwerk im Stile von Barock und Rokoko geschaffen.

            Immer wieder fiel der Name Karl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Der 1757 in Gunzenhausen gestorbene Landesherr des Fürstentums Ansbach hatte den Beinamen der „Wilde Markgraf“. Er ließ das Schloss erneuern, Kirchen und Pfarrhäuser errichten und die Ansbacher Sankt-Gumbertus-Kirche erweitern. Als absolutistischer Herrscher frönte er der Falkenjagd, für die er zehn Prozent des Staatshaushalts ausgegeben haben soll. Seiner Jagdleidenschaft sollen 32 000 Stück Wild zum Opfer gefallen sein. Seinem Erben hinterließ er Schulden in Höhe von 2,3 Millionen Reichstalern.

vor der Residenz

            Ansbach ist aber auch die Stadt, in der Kaspar Hauser lange Zeit gelebt und zu Tode gekommen war. Am Gedenkstein im Hofgarten berichtete Heinrich Heim aus dem Leben dieses rätselhaften jungen Mannes. Im Jahre 1828 war der etwa 16-Jährige zum ersten Mal auf dem Nürnberger Unschlittplatz aufgetaucht. „Ein söchtener Reuter möcht i wern, wie mein Voater gwen is“, sollen einige seiner wenigen Worte gewesen sein. Nach und nach lernte er Sprechen, Lesen und Schreiben und fand in die reale Welt zurück. Später kam er nach Ansbach, wo er in besten Gesellschaftskreisen verkehrt haben soll. Rätselhaft wie seine Herkunft ist auch sein Tod. Im Jahre 1833 ist er an den Stichverletzungen gestorben, die ihm im Ansbacher Hofgarten beigebracht worden waren. Auf dem Gedenkstein steht die lateinische Inschrift: „HIC OCCULTUS OCCULTO OCCISUS EST XIV. DEC. MDCCCXXXIII“. Auf Deutsch: „Hier wurde ein Geheimnisvoller auf geheimnisvolle Weise getötet, 14. Dez. 1833“.

am Hauser Denkmal

Text und Bilder: Manfred Klier