Unsere Schule wird kunterbunt


Lautes Hämmern dringt aus einem Klassenzimmer der Grund- und Mittelschule Heideck. Dort stanzen Schüler mit Locheisen Öffnungen in die insgesamt 4000 Flaschenverschlüsse, die dann zu „Bottle-Cap-Art“ zusammengefügt werden. Gehörschutz ist obligatorisch. Leiser geht es in den anderen Zimmern zu. Die gerade stattfindende Kunst-Projektwoche steht unter dem Motto „Unsere Schule wird bunt“.


Den Künstler Paul Klee hat sich eine andere Klasse zum Vorbild vorgenommen, als sie bunte Zauberfische mit Wachsstiften und Wasserfarben aufs Papier bringt. In Anlehnung an den gleichen Künstler entstehen andernorts „Farbwege“.

Natürlich durfte auch Kandinsky nicht fehlen. Nach ihm wurden Farbkreise gestaltet.


Fantasievolle Hausbilder aus Filz nach Friedensreich Hundertwasser sowie Mohnblumen nach Georgia O´Keeffe werden in einem anderen Zimmer angefertigt. Letzte Hand wird an einen noch namenlosen neuen Schüler gelegt. Er besteht allerdings aus Drahtgeflecht und einer Tonmasse und erinnert an die Figuren von Niki de Saint Phalle.


Im Werkraum entstehen großformatige Mosaike aus Bruchfliesen, die künftig die Fassade der kleinen Sporthalle zieren sollen.


Hier, wie auch an den anderen Stationen, sind schon die ganze Woche über zahlreiche Eltern als willkommene Helfer mit dabei. Die Stützsäulen am Übergang zur Sporthalle wurden inzwischen bunt verziert. Außerdem mussten die Kulissen fürs Musical gemalt werden.

An Staffeleien arbeiten Kinder, um „Sternennacht“ und „Sonnenblumen“ nach Vincent van Gogh kunstvoll und plakativ auf die Leinwand zu bringen. Das Whiteboard und die entsprechenden Videoclips waren wertvolle Helfer bei der Vorbereitung gewesen.


„Monet-Station“ nennt sich die Arbeitsgruppe der Comenius-Außenklasse. Hier entstehen farbenfrohe Seerosen aus Papier.


Der Zaun zum Parkplatz der Schule ist bereits mit bunten Farbbändern durchflochten, aber die Fortsetzung muss wegen des Regens im Klassenzimmer stattfinden. Dort werden die Bänder in Drahtgitter geflochten.


Sogar benutzte Kaffee-Kapseln kann man noch künstlerisch verwerten. „Stoff-Textil-Jazz“ nennt sich die Technik, bei der die Kapseln in Stoff mit Fäden abgebunden und dann mit Farbe besprüht werden.


Auf kleine Holtäfelchen wurden Bilder zur Schöpfungsgeschichte gemalt, die zusammen ein Gemeinschaftskreuz ergaben.


Am Freitag war es dann soweit, dass die Kunstwerke den Eltern präsentiert werden konnten. Die Gänge des Schulhauses und die Klassenzimmer zierten die bunten und künstlerischen Arbeiten, die während der zurückliegenden Woche erstellt worden waren sowie ein wunderbares gesundes Buffet.

Auf dem Schulhof begrüßte die Schulleiterin Martina Wirsing die in großer Zahl gekommenen Gäste.

Ihr ausdrücklicher Dank galt den rund 30 Eltern, die an dieser Kunst-Projektwoche mitgeholfen hatten. „Es war umwerfend!“, gestand sie, auch im Hinblick auf die Bewirtung durch den Elternbeirat und die sonstigen Helferinnen und Helfer.


Dass an dieser Schule aber auch musikalische und schauspielerische Talente gefördert werden, davon konnte man sich im abschließenden Musical „Eine königliche Entscheidung“ überzeugen. Lehrerin Verena Großbeck hatte dieses Singspiel für die Schule eingerichtet, einstudiert und geleitet. Ihr zur Seite war dabei Dominik Landmann gestanden. Mit dem Lied „Es war einmal ein König“ begannen die Schülerinnen und Schüler aus den dritten Klassen. In der oft zum Applaus und zum Lachen herausfordernden Aufführung, unterbrochen von „Königlichen Umbaupausen“, schilderten die Akteure die Nöte der Königstochter Annabell (Johanna Schmailzl). Sie sollte sich für einen der forsch und lustig auftretenden Heiratskandidaten entscheiden. In einem gekonnten Solo klagte sie eindringlich ihre Qualen. Aber schließlich entschied sie sich zur allgemeinen Überraschung nicht für einen Grafen, sondern für den bis dahin als Erzähler fungierenden Hofdiener (Adrian König). Reicher Applaus belohnte die Darsteller für ihr engagiertes Spiel.


Diesen Beifall erhielten sie auch von Rektorin Martina Wirsing. „Ich bin stolz auf meine Schüler und auf meine Lehrkräfte!“, lobte sie. Und mit Blick zum dunkelgrauen Himmel fügte sie hinzu: „Das Wetter hat zwar ausgehalten, aber in einer Aula wäre es noch viel besser gewesen!“
Text und Fotos: Manfred Klier
