Wintersporttag an der Grundschule

Zapfig war’s an diesem Freitagvormittag. So würden die Münchner die herrschenden eisigen Temperaturen bezeichnen. Die Grundschule Heideck hatte die günstige Schneelage für einen Wintersporttag genutzt. Wintersport steht auf dem Lehrplan für die bayerischen Grundschulen und dieses Angebot gibt es bei entsprechenden Voraussetzungen auch an den anderen Schulen. Trotzdem kann die Heidecker Schule eine Besonderheit für sich verbuchen. Im Ortsteil Rudletzholz betreibt nämlich der Skiclub Heideck einen Skilift und der darf an diesem Tag von den Schülerinnen und Schülern sogar kostenlos benutzt werden.
An diesem Vormittag sitzt Jakob Buckenlei in der Lifthütte am Steuerknüppel und beobachtet dabei aufmerksam den Lifthang, damit er gegebenenfalls den Lift anhalten kann. Immer wieder kommen Kinder in die Hütte, um sich aufzuwärmen. Gertrud Peschke versorgt die Frierenden mit Kinderpunsch.



Draußen sausen die kleinen Skifahrer mit eleganten Schwüngen den Hang hinunter, um sich dann gleich wieder vom Lift nach oben ziehen zu lassen. Die Lehrkräfte, von etlichen Eltern unterstützt, achten darauf, dass jeder einen Skihelm trägt und die anderen nicht gefährdet. Ganz Vorsichtige haben einen Rückenprotektor angelegt. Einer hat eine Action-Cam umgeschnallt und filmt seine Fahrkünste. Jetzt nähert sich im Tal ein Trupp von Heideck her. Das sind die Schlittenfahrer. Oben am Hang wird erst einmal Brotzeit gemacht, denn auch das Laufen im Schnee hat hungrig gemacht. Schulleiterin Martina Wirsing trennt mit Kunststoffkegeln den Hang in zwei Abfahrten, nämlich für Skifahrer und für Schlittenfahrer. „Bahn frei!“, und dann geht es auf den Schlitten und auf den Skieren den Hang hinunter. Die Lehrerin einer dritten Klasse berichtet, dass vier ihrer Schüler zum ersten Mal auf einem Schlitten sitzen. Fünf sind übrigens Nichtschwimmer. Das gibt zu denken und zeigt erschreckend die Notwendigkeit sportlicher Veranstaltungen auf.

Je nach Können und Alter sind heute vier Gruppen eingeteilt. Außer am Rudletzholzer Hang ist auch am „Bachi“ Gelegenheit zum Schlittenfahren. Weitere Schlittenfahrer brausen den „Abeles-Buck“ hinunter. Der kleine Graben am Ende der Strecke ist eine besondere Herausforderung. Wer nicht rechtzeitig lenkt oder bremst, landet im Schnee. Doch das wird mit lautem Lachen quittiert. Die Außenklasse der Comeniusschule am Auhof ist natürlich auch mit eingebunden. Nach kurzer Zeit sitzen Schüler der Regelklassen und der Comeniusschule gemeinsam auf dem Schlitten und sausen lachend die schnelle Abfahrt hinunter. Das ist gelebte Inklusion, ohne viele Worte und ohne viel Aufhebens.

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Einige Schüler haben mit ihrer Lehrkraft eine Schneewanderung unternommen und kommen nun recht erschöpft, aber mit roten Backen an. Die frische Luft und die Bewegung haben allen gut getan.
Eigentlich sollte der Wäschweiher zum Schlittschuhlaufen mit angeboten werden. Doch dort verteidigen die Enten ihr Revier und halten paddelnd eine kreisrunde Fläche eisfrei. Das wäre zu gefährlich gewesen.










